Do.  08.10.2015 

Festivaleröffnung - Dokumentarfilmvorführungen

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18.00 Uhr KEYNOTE - Prof. Dr. Frank Eckhardt (Bauhaus-Universität Weimar) Die Mediatisierung der Städte oder Die ortlose Stadt
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19.30 Uhr Eröffnung des Licht- und Wissenschaftsfestivals
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20.00 Uhr STARS (1963) - OFENBAUER (1962) - RANGIERER (1984)
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Der Dokumentarist Jürgen Böttcher zählt zu den großen Künstlern der DDR. Zeit seines Lebens ist er unangepasst. Mit seiner Neigung zum Experiment hat er entscheidenden Einfluss auf Künstler nachfolgender Generationen. Seine avantgardistischen Arbeiten sind inhaltlich und formell wegweisend. Der Regisseur sucht in den kleinen, alltäglichen Gesten und Zeichen, die häufig übersehen werden, den Sinn und die Schönheit des Lebens. Seine Filme über die Arbeits- und Kunstwelt werden so zu eindrucksvollen und unverkennbaren Porträts, seine Protagonisten – Küchenfrauen, Wäscherinnen, Stahlarbeiter, Rangierer – strahlen Würde aus.

Im Film “STARS” stehen Arbeiterinnen im Mittelpunkt – Frauen aus der Fließbandproduktion im Glühlampenwerk Berlin. Das Gruppenporträt wendet sich den Einzelnen und dem Persönlichen zu. Besondere nationale und internationale Aufmerksamkeit erlangt “OFENBAUER”. Der Film protokolliert die 18-m-Verschiebung eines 65 Meter hohen und 2000 Tonnen schweren Hochofens im Eisenhüttenkombinat. Mit fünf Kameramännern schildert das Werk in nüchternen Bildern die Leistung des Kollektivs.

In “RANGIERER” zeigt er die alltäglichen Tätigkeiten auf dem größten Rangierbahnhof der DDR Dresden-Friedrichstadt. Gemeinsam mit dem Kameramann Thomas Plenert gelingt es dem Regisseur, den Arbeitsrhythmus der Rangierer zum Takt des Films zu machen.

Fr.  09.10.2015 

SYMPOSIUM CITY VISIONS JENA - IMPETUS

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Die Mediatisierung der Stadt
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Chancen oder Risiken für die Stadtentwicklung ?
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Vor allem in den letzten Jahren hat sich der Stadtraum durch Privatisierung, Gentrifizierungsmaßnahmen, Globalisierung und Digitalisierung immer weiter ausdifferenziert und massiv verändert. Hatte Italo Calvino 1972 in seinem Buch “Die unsichtbaren Städte“ noch versucht, das komplexe Repräsentations- und Wahrnehmungsgeflecht einer Stadt aus der Perspektive verschiedener Protagonisten zu beschreiben, so ist insbesondere der gegenwärtige öffentliche Raum um ein Vielfaches vielschichtiger und vor allem undurchschaubarer geworden. Neben der Digitalisierung und Globalisierung wirkt sich auch der demografische und ökologische Wandel auf die Stadtentwicklung aus, ebenso wie Überwachung und die zunehmende Verwendung von Sensortechnologien die, unser Leben und Handeln in der Stadt transformieren. So stellt sich der heutige öffentliche raum als ein in weiten Teilen und für das Auge verborgenes Handlungs- und Infrastrukturnetz dar, das für die meisten Stadtbe-nutzer/Innen unsichtbar bleibt. Aus diesem Grund wird auch der von Calvino eingeführte Topos der “unsichtbaren Stadt“ von Architekt/Innen, Stadtplaner/Innen oder Medienwissenschaftler/Innen gern als Begriff für die neue intelligente, mediatisierte Stadt des 21. Jahrhunderts verwendet, um die neuen tiefgreifenden infrastrukturellen, demografischen, ökonomischen und ökologischen Veränderungen theoretisch zu beschreiben.

Das Licht- und Wissenschaftsfestival “CITY VISIONS JENA 2015” möchte diesen Wandel der Stadt ästhetisch reflektieren. Internationale Künstler/Innen setzen sich in ihren Video- und Lichtinstallationen, Projektionsmappings oder interaktiven Performances mit den Transformationen des sozialen, architektonischen, ökonomischen und ökologischen Gefüges und der Infrastruktur der Stadt auseinander und machen dabei gleichzeitig auf diese Veränderungen aufmerksam.

Das Symposium möchte die während des Festivals ästhetisch verhandelten Fragen im Kontext der Stadtplanung und -entwicklung wissenschaftlich diskursivieren, reflektieren und perspektivieren. International renommierte Wissenschaftler/Innen aus der Medienwissenschaft, Stadtsoziologie und Kunstgeschichte werden gemeinsam mit interessierten Bürger/Innen und Künstler/Innen den gegenwärtigen Wandel der Stadt in einem zweitägigen Symposium diskutieren.

Die Konferenz ist öffentlich. Gebühren und Registrierungen sind NICHT erforderlich.

Der vollständige Programmablauf des Symposiums ist einsehbar unter:
www.city-visions.net


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Im Anschluss an das Symposium findet ein installatives Performance-Live-Elektronik-Konzert aus der Reihe IMPETUS statt.
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Die ehemalige Trafo-Station als historischer Ort Städtischer elektrifizierung wird zur Spielstätte zeitgenössischer Klangkunst. Dabei werden die vier Instrumentalisten Michael v. Hintzenstern, Nils Alf, Martin Hünniger und Tim Helbig ein free-music Konzert auf experimentellen Instrumenten, Tenorsaxofon und Bassklarinette, Harmonium und einem präparierten Flügel sowie einer elektrischen Gitarre und Live-Elektronik darbieten und den Konzertraum mit ihrer intuitiv-musikalischen Ausdrucksweise in Schwingung versetzen. Die musikalischen Ereignisse werden über zahlreiche Lautsprecher und Klangobjekte übertragen.

Michael v. Hintzenstern // Harmonium // präparierter Flügel
Martin Hünniger // e-gitarre // live-elektronik
Nils Alf // Tenorsaxofon // Klarinette
Tim Helbig // experimentelle instrumente // live-elektronik

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Konzertbeginn: 20.30 Uhr
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sa.  10.10.2015 

Kaffee kochen - Das Café wird zur Küche

Dass Kaffee zum Alltag gehört und nahezu auf jedem Frühstücks- und Bürotisch steht, ist wahrlich nichts Neues. Aber mit Kaffee zu kochen und die braune Bohne als exotischen Geschmacksgeber zu nutzen, ist nahezu unbekannt.

An diesem kulinarischen Abend soll der Kaffee nicht nur getrunken, sondern auch gespeist werden. Die Kaffeemaschine wird zur Herdplatte und die Bohne wird zur exotischen Zutat eines Drei-Gänge-Menüs.
Ein erweckendes Erlebnis und ein Mahl zum Muntermachen. Alle Geschmacksnerven sollen angeregt werden - süß, bitter, scharf. Inspiriert wird die kreative Küche von den Kochkünsten unterschied-lichster Länder, in denen der Kaffee auf seinem historischen Weg Halt machte. Arabische, orientalische und mediterrane Rezepte werden mit der Kaffeebohne köstlich neu kreiert.

Und wie in den Kaffeehäusern vergangener Zeiten wird an diesem Abend musiziert, sich unterhalten und in illustrer Gesellschaft gesessen. Natürlich wird das Ganze mit dem Genuss einer Tasse Kaffee oder einem Gläschen Mokka abgerundet.

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20.00 uhr Menü in drei Gängen
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teilnehmen können maximal 30 personen. Es wird ein Unkostenbeitrag von 15 Euro (Speisen und Getränke) erhoben. Um eine Voranmeldung per E-Mail wird gebeten:   idee@kaffee-lampe.de

so.  11.10.2015 

DEMIAN KAPPENSTEIN - WEIT

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eine Suite für Schlagzeug, Elektronik und Fotografie
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Taiwan Libanon Ruanda Äthiopien Mozambik Zimbabwe Türkei Indien Pakistan

Der Dresdner Musiker Demian Kappenstein hat in den vergangenen vier Jahren mit seinen Ensembles neun Länder bereist, die größtenteils abseits vom Pauschaltourismus liegen und dort Orte und Menschen kennengelernt, die verblüffende Geschichten erzählen. Überall hat er seine Kamera mit dabei, spricht mit den Menschen und hält fest, was ihm auf- und gefällt.

Die gesammelten Erlebnisse hat der Schlagzeuger und Klangbastler in einem abendfüllenden Konzert für Schlagzeug, Elektronik und Fotografie verarbeitet. Sein Instrument besteht neben herkömmlichen schlagwerk auch aus Entdeckungen vom Schrottplatz und kurzgeschlossenem Elektrospielzeug.

Der Medienkünstler Benjamin Schindler wirft im Konzert die auf den Reisen entstandenen Fotografien auf eine zwei Meter große Skulptur. Er habe eigentlich eine begleitende Bilderausstellung machen wollen, sagt Kappenstein, aber daran störe ihn, dass dies so losgelöst von der Musik geschehe und da sei ihm die Idee mit der Skulptur gekommen, die es möglich macht, die Bilder parallel zur Musik zu erleben.

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Konzertbeginn: 20.30 Uhr
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