Das Kunstprojekt “Kaffee Lampe“ wurde 2010 vom IN's NETZ e.V. als Zwischennutzung in der Jenaer Galerie Kunsthof umgesetzt und wird jetzt für CITY VISIONS in der ehemaligen Trafo-Station wiederbelebt.
Innerhalb der viertägigen, interaktiven Kunstaktion kommen Menschen im Café zusammen und diskutieren ihre Visionen von der Stadt. Findet eine Idee Zuspruch, geht ein Licht auf - jede Lampe steht für eine Idee – und so entsteht im Laufe des Festivals eine gemeinschaftliche Lichtskulptur von leuchtenden Visionen.

-----------------------------------------------------------------------------------------
Die Art der Idee kann alles sein: praktisch, fantastisch oder einfach genial.
-----------------------------------------------------------------------------------------

Symbolisch wird für jede Idee eine Lampe installiert. Sukzessiv entsteht hierdurch eine wachsende Lichtskulptur – quasi eine Art leuchtendes Ideencluster.

Die Ideen werden zudem auf einem Blatt Papier dokumentiert und für die Besucher des Cafés gut lesbar und chancengleich dargeboten. Für den einzelnen Betrachter besteht die interaktive Möglichkeit, die Idee durch AN/AUS Stellung der jeweiligen "Ideenlampe" zu bewerten. So entstehen innerhalb der Skulptur viele unterschiedliche Clusterbilder mit verschiedenen ästhetischen Prägungen. Zusammenhänge zwischen den einzelnen Ideen werden dadurch sichtbar. Im Anschluss des Projekts werden die jeweiligen Schöpfer der Ideen zusammengeführt, um diese gemeinsam weiterzuspinnen - natürlich bei einer Tasse Kaffee.

Die umgangssprachlich verwendete Redensart “Jemandem geht ein Licht auf“ bringt zum Ausdruck, dass jemand plötzlich versteht bzw. jemand zu begreifen beginnt oder Zusammenhänge erkennt bzw. einen Einfall, eine “Idee“ hat. Unter dem Ausdruck “Idee“ versteht man allgemeinsprach-lich einen schöpferischen Gedanken, nach dem man handeln kann, oder ein Leitbild, an dem man sich orientiert. Sie bestimmt den Einzelnen und die Gemeinschaft im Denken und Handeln. Eine Idee ist somit ein erdachtes Ziel für eine zukünftige Realität.

-----------------------------------------------------------------------------------------
Doch was hat Kaffee mit der Idee zutun ?
-----------------------------------------------------------------------------------------

Die ersten Kaffeehäuser wurden im 11. Jahrhundert in Mekka unter der Bezeichnung “Kaveh Kanes“ eingerichtet und obwohl sie ursprünglich religiösen Zwecken dienten, entwickelten sie sich rasch zu Stätten der Unterhaltung, an denen Neuigkeiten ausgetauscht, Schach gespielt, gesungen, getanzt und musiziert wurde. Erst in der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde im Osmanischen Reich wirklich Kaffee getrunken, wie schriftliche Quellen belegen - ob noch als Heilmittel oder schon allein zum Genuss, geht aus diesen nicht hervor. Um jene Zeit begann jedoch auch die Kultivierung des Kaffees. Im 17. Jahrhundert ersetzte der Kaffee in den zugleich zahlreich entstehenden Kaffeehäusern Europas die bis dahin üblichen alkoholischen Tagesgetränke. Die Kaffeehäuser - gerade in Wien - war ein Ort der Unterhaltung und Kultur, wo sich die Vertreter aus Literatur und Kunst trafen. Sie bestimmten fortan die Straßenzüge. Musiker, Geschichtenerzähler sowie Schatten-theaterspieler traten in ihnen auf. Doch noch bis weit in das 18. Jahrhundert hinein hielt sich die Biersuppe als übliche Frühstücks-nahrung und das Bier als Getränk, das man den ganzen Tag über zu sich nahm. Die Ablösung durch den Kaffee bedeutete, dass der ständige leichte Rausch an den man sich seit Jahrhunderten gewöhnt hatte, durch ein Gefühl der wachen, konzentrierten Nüchternheit abgelöst wurde.

-----------------------------------------------------------------------------------------
– Ein hervorragender Zustand um auf gute Ideen zu kommen –
-----------------------------------------------------------------------------------------

Nähere Informationen zum gesamten Programm unter: 
www.city-visions.net

Kaffee Lampe ist ein Programmpunkt des Licht- und Wissenschafts-festivals “City visions jena”. Wir bedanken uns recht herzlich bei unseren unterstützern, förderern und kooperationspartnern: PuBlicartlab, jenakultur, kulturstiftung des landes thüringen, Bauhaus-universität weimar